Aha! - Das Kirchlexikon

Aussegnung Verstorbener
 
Manche Ältere erinnern sich noch, dass früher die Verstorbenen zuhause in der Diele aufgebahrt wurden und Zeit war, in Ruhe die Familie zusammenzuholen, bei dem Toten zu sitzen und Abschied zu nehmen. Das hatte seinen Sinn. In der Regel wurde dann auch der Pastor benachrichtigt. Er kam ins Trauerhaus und hat den Verstorbenen mit dem Sterbesegen gesegnet und mit den Hinterbliebenen einen Psalm und ein Vaterunser gebetet. Eine Aussegnung zuhause ist auch heutzutage möglich, wenn es die Angehörigen wünschen. Ein kurzer Anruf beim Pastor genügt. Ich komme.

Johannes Link

(t.h. 26.03.2008)

Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag am 21. November 2007 ist der evangelischste unter den Gedenktagen im Kirchenjahr. Das ganze Leben der Christen soll Buße sein, erklärte Martin Luther (1483 – 1546) in der ersten seiner legendären 95 Thesen über den Ablass von 1517. Damit ist nicht das in der Alltagssprache gemeinte Verbüßen einer Strafe oder die Wiedergutmachung einer Verfehlung gemeint. Moderne Theologen verstehen Buße vor allem als Zeichen der Wandlung: Das Überdenken eingefahrener Verhaltensweisen biete die Chance, das Verhältnis zu Gott und den Mitmenschen wieder in Ordnung zu bringen.

Um den Arbeitgeberanteil an der Pflegeversicherung auszugleichen (!), wurde der gesetzliche Feiertag 1995 leider in allen Bundesländern bis auf Sachsen ersatzlos gestrichen. Seitdem sind in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Hessen Volksbegehren zur Wiedereinführung gescheitert.

(aus „Gemeindebrief 6/2007“) (10.09.2007)

Christenverfolgung

Nein, nicht vom antiken Rom ist hier die Rede, von den Entbehrungen der Urgemeinde in heidnischer Zeit. Weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Wahrnehmung sehen sich christliche Gemeinden in aller Welt insbesondere in muslimischen und kommunistischen Staaten einer radikalen Verfolgung ausgesetzt. Am Beispiel Syriens ist das Auslöschen einer Jahrtausende alten Kultur zu befürchten, wenn nicht schon zu beklagen. Das Aramäische als heute noch gesprochene Sprache Jesu ! ist vom Aussterben bedroht. Die Ursachen sind komplex, doch dürfen wir als Christen unsere Augen vor dem Schicksal unserer Glaubensschwestern und -brüder nicht verschließen.  

Die Organisation "Open Doors" setzt sich  für die Linderung der Not verfolgter Christen ein. Unsere Kirchengemeinde gibt einen Teil des Kollektenaufkommens - auch mit Empfehlung unserer Landeskirche - diesem guten Zweck.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Homepage von Open doors (Es handelt sich dabei um eine private Webseite; für den Inhalt und Verlinkungen ist die Kirchengemeinde St. Marien nicht verantwortlich und übernimmt auch keine Haftung.)

Läuteordnung I

Ganz aktuell wurde vom Kirchenvorstand beschlossen, für die Geburt eines Kindes zu läuten. Wenn Sie also Nachwuchs erwarten ist das ist ein Grund zur Freude und zum Feiern. Wir wollen in unserer St. Marien Kirchengemeinde den Brauch einführen, anlässlich der Geburt eines Kindes morgens um 9.00 Uhr die helle Glocke zu läuten – wenn wir darum gebeten werden.

Darum rufen Sie uns gleich am Tag der Geburt an (Küster Daams: Tel.: 0179/9155794oder Pastor Link: 7151), damit wir für Sie und Ihr neugeborenes Kind läuten können.

(t.h. 10.09.2008)

Läuteordnung II

Die Läuteordnung für die Kirche St. Marien zu Scharnebeck (Stand April 2008) regelt, wann die Glocken zu läuten sind. Das geschieht entweder durch eine elektrisch gesteuerte Läutautomatik oder per Hand. Das Uhrwerk aus dem Jahre 1902 muss alle acht Tage von Hand aufgezogen werden.

Unsere Glocken:

- Uhrschlagglocke Katherina von 1525 aus der Klosterzeit
- Betglocke von 1607 gestiftet von Herzogin Ursula von Braunschweig-Lüneburg
- Läuteglocke von 1772 gestiftet von König Georg dem Dritten von Hannover  

Der Sonntag wird am Sonntag von 8.00 Uhr bis 8.10 Uhr mit der Bet- und mit der Läuteglocke eingeläutet. Am Sonntag wird von 9.50 Uhr bis 10.00 Uhr mit der Bet- und mit der Läuteglocke zum Gottesdienst eingeladen. Das Wochenende wird am Sonnabend, und jeder christliche Feiertag (Karfreitag, Buß- und Bettag, Weihnachten) 1 Tag vorher von 16.00 Uhr bis 16.10 Uhr von der Bet- und Läuteglocke eingeläutet. Vor jedem besonderen Gottesdienst werden die Bet- und die Läuteglocke geläutet; bei Hochzeiten und bei Beerdigungen 10 Minuten vor der angesetzten Zeit. Bei Gottesdiensten wird zum Vaterunser die Betglocke neun mal angeschlagen.

Am Volkstrauertag wird nach dem Gottesdienst die Betglocke geläutet. Wenn ein Kirchenmitglied aus Scharnebeck oder Rullstorf verstorben ist, wird nach Bekanntgabe um 11.00 Uhr die Läuteglocke geläutet.

Die Uhrschlagglocke zeigt die vollen und halben Stunden an. Täglich läutet 2 Minuten nach 7 Uhr, 11 Uhr und 19 Uhr neun mal die Betglocke.

Die neun Anschläge der Betglocke bedeuten:
1.Anschlag: „Anrede“: Vater unser im Himmel.
2. Anschlag: 1. Bitte: Geheiligt werde dein Name.
3. Anschlag: 2. Bitte: Dein Reich komme.
4. Anschlag. 3. Bitte: Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
5. Anschlag: 4. Bitte: Unser täglich Brot gib uns heute.
6. Anschlag: 5. Bitte: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
7. Anschlag: 6. Bitte: Und führe uns nicht in Versuchung,
8. Anschlag: 7. Bitte: sondern erlöse und von dem Bösen.
9.Anschlag: „Beschluss“: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

(th 10.05.2008)

Mitgliederrückgang 1 - Wiedereintritt  - Ein Interview

Viele Menschen treten aus unterschiedlichen Gründen aus der Kirche aus. Mit Herrn Maik Bockelmann hat jemand diesen Schritt wieder rückgängig gemacht. Über die Gründe darüber hat sich Pastor Link mit Herrn Bockelmann unterhalten. Lesen Sie nachfolgend das Interview.

Herr Bockelmann, Sie sind vor einigen Jahren aus der Kirche ausgetreten und haben sich nun für einen Wiedereintritt entschieden. Was hat Sie dazu bewogen?

# Ich bin vor ca. 10 Jahren aus finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten. Mein Glaube war mir nach wie vor wichtig. Damals war ich weder verheiratet noch hatte ich Kinder. Nun hat sich meine Lebenssituation grundlegend geän-dert. Ich bin jetzt verheiratet und habe drei Kinder. Zwei unserer Kinder sind bereits und unser Kleiner wird am 18.5. in Scharnebeck getauft. Außerdem sind meine Frau und ich kirchlich getraut worden. Ich habe jetzt längere Zeit über meine Verantwortung als Vater nachgedacht. Dabei bin ich zu dem Entschluss ge-kommen, dass man es seinen Kindern schwer erklären kann, dass man nur aus finanziellen Gründen nicht in der Kirche ist. Immerhin werden unsere Kinder durch die Taufe Mitglieder der Kirchengemeinde.

Was bedeutet Ihnen die Kirchenmitgliedschaft?

# Mir bedeutet die Kirchenmitgliedschaft ein Bekenntnis zur evangelischen Kir-che. Es würde mich freuen, wenn ich in Zukunft durch meine Mitgliedschaft einen kleinen Beitrag leisten kann, dass die Jugend- und Sozialarbeit in der Kirchengemeinde noch weiter verbessert werden kann.

Sie sind als Vize Präsident Kontinentaleuropa bei einem US-Amerikanischen Unternehmen beruflich sehr eingespannt und viel unterwegs. Was sehen Sie als die großen Herausforderungen in Ihrem Beruf an?

# Die größte Herausforderung ist, Familie und Beruf zeitlich unter einen Hut zu bekommen. Dies gelingt leider nicht immer, da heutzutage in fast allen Berufszweigen eine große Flexibilität gefragt ist.

Wie verbringen Sie gerne Ihre freie Zeit?

#Am liebsten mit meiner Familie.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Kinder?

#Ich wünsche mir, dass meine Kinder ein glückliches Leben haben werden. Wobei Gesundheit und ein friedliches Leben das Wichtigste sind.

Ohne die Kirchensteuereinnahmen könnte die Kirche längst nicht so präsent sein und viele Aufgaben nicht erfüllen. Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Aufgaben der Kirche?

# 1. Sozialarbeit;  2. Jugendarbeit; 3. Vermittlung von Toleranz

Gibt es eine Kirche, die Ihnen besonders viel bedeutet?

# Ja, die Kirche in Dahlenburg. Besonders Pastor Christian Gohde. Herr Gohde hat meine Frau und mich getraut. Auch unsere beiden Mädels wurden in der schönen St. Johanniskirche getauft.

(t.h. 21.05.2008)

Mitgliederrückgang 2

Weiter Rückgang der Gemeindegliederzahlen

Die Gemeindegliederzahlen in St. Marien sind weiter gesunken. Waren wir im Jahr 2004 noch 2546 Gemeindeglieder, so sind wir mittlerweile auf eine Mitgliederzahl von 2354 Gemeindeglieder (Stand: 5.Mai 2008) gesunken, fast 200 Gemeindeglieder weniger (mehr Sterbefälle als Taufen, Austritte u.a.). Das ist alarmierend! Und es ist schade. Die Kirche will Menschen von der Geburt bis zum Tod begleiten. Das stärkt auf geheimnisvolle Weise. Die Kirche will den christlichen Glauben bewahren und weitergeben. Dazu brauchen wir die Gemeinschaft. Zu den rücklaufenden Gemeindegliederzahlen kommt dazu, dass uns wie allen Gemeinden im Kirchenkreis Bleckede die Sachmittelzuweisung (Bauerhaltung und Bewirtschaftung) der Landeskirche ab 2009 um 30% gekürzt werden. Umso mehr freuen wir uns über jede Taufe und jeden Wiedereintritt in die Kirche. Eine größere Anzahl Mitglieder bringt uns darüber hinaus höhere finanzielle Zuweisungen von Seiten der Landeskirche. Der Wiedereintritt ist im Pfarramt möglich.

Johannes Link

(t.h. 21.05.2008)

Pfingsten

Pfingsten ist das „Fest des Heiligen Geistes“ und nach Weihnachten und Ostern das dritte Hauptfest des christlichen Kirchenjahres. Der Name geht auf das griechische Wort „pentekoste“ (der Fünfzigste) zurück, weil das Pfingstfest seit etwa Ende des vierten Jahrhunderts fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird.

Die biblischen Berichte schildern nach Christi Auferstehung und Himmelfahrt eine neue Gemeinschaft der Jünger: „Sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen“ (Apostelgeschichte 2,4).

Quelle: Gemeindebrief – Magazin für Öffentlichkeitsarbeit (Internet)


(t.h. 04.10.2014)

Reformationstag 1:

Am Reformationstag (31. Oktober) erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch Martin Luther vor fast 500 Jahren. Ob Luther seine gegen Missstände in der Kirche gerichteten 95 Thesen am 31. Oktober 1517 tatsächlich an die Tür der Wittenberger Schlosskirche schlug, ist zwar historisch nicht gesichert. Die öffentliche Wirkung seiner Thesen ist jedoch unumstritten.

Heute wird der Gedenktag als Gelegenheit zur evangelischen Selbstbesinnung und Selbstprüfung verstanden.

Der Augustinermönch Luther wollte die Kirche erneuern und sie zur Botschaft des biblischen Neuen Testaments zurückführen.

Heute ist der Reformationstag leider nur in den neuen Bundesländern, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet gesetzlicher Feiertag. In Thüringen wird der Tag in überwiegend evangelischen Gemeinden als gesetzlicher Feiertag begangen.

(aus „Gemeindebrief 6/2007“) (10.09.2007)

Reformationstag 2 - Und was hat Halloween damit zu tun?

Einen Apfel und diesen Text geben meine Frau und ich Kindern am 31. Oktober mit, wenn sie als Schreckgespenster verkleidet an unserer Haustür klingeln: 

"Am Anfang stand ein junger Mönch. Er ärgerte sich über seine Kirche und schlug deswegen am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche. Fast 500 Jahre ist das her. Eigentlich wollte Martin Luther die Kirche damit nur verändern, doch am Ende stand eine neue Kirche. Martin hatte den Anstoß gegeben, und viele Menschen nahmen den Ball auf und spielten ihn weiter. Überall gründeten sich neue Gemeinden, die sich auf Martin beriefen und seine Lehren befolgten. Heute gibt es die Evangelische Kirche in der ganzen Welt.

Den so genannten „Gedenktag der Reformation“ gibt es in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert. Am Reformationstag erinnern wir uns an Martin. In den Kirchen werden Reformationsgottesdienste gefeiert. Manchmal gibt es auch Diskussionsveranstaltungen oder es wird ein fröhliches „Lutherfest“ gefeiert. 

Mit unserem Lutherfest hat „Halloween“ nichts zu tun. Der Name „Halloween“ leitet sich her vom englischen „Allhallows Eve(ning)“. Gemeint ist der Vorabend von Allerheiligen. Allerheiligen, der Gedenktag für die Heiligen, wird in der katholischen Kirche am 1. November gefeiert, so dass „Allhallows Eve“ genau auf den 31. Oktober, den Reformationstag fällt. Luther hatte den Tag mit Bedacht gewählt, weil er sicher sein konnte, dass viele Leute beim Kirchgang seine Thesen lesen würden.

Wir feiern als evangelisch-lutherische Christen den Vorabend zu Allerheiligen nicht - also auch „Halloween“ nicht. Religion ist etwas höchst Persönliches. Wir wollen Euch Euren Spaß nicht verleiden, respektiert es aber, wenn wir dabei nicht mitmachen.

Zum Nachdenken gibt`s von uns was Saures - einen Apfel."

(Thorsten Heinze) (10.09.2007)